Todesfall

Wo finden unsere Vierbeiner die letzte Ruhe?

Wenn unser Bläss oder Fido sein müdes Haupt endgültig auf seine Pfoten legt, wagen wir im Schmerz kaum an das zu denken, was mit unserem toten Freund geschehen wird.  Zur Trauer kommt noch das Entsetzen; tote Haustiere werden in offiziellen Tierkadaversammelstellen gesammelt, staatlich entsorgt und zu Tiermehl verarbeitet. So sieht es das Gesetz in der Schweiz vor. Doch bezüglich den geliebten Haustieren zeichnet sich immer mehr eine andere Haltung ab und Tierhalter können sich die industrielle Entsorgung des jahrelang gepflegten Haustieres immer weniger vorstellen.

Meist führt der letzte Weg eines alten oder kranken Tieres zum Tierarzt und es kehrt nie mehr in die Familie zurück. Später fragen vielleicht die Kinder nach dem Verbleiben des Hundes, welcher nie mehr nach Hause zurückgekehrt ist. Was früher noch akzeptiert wurde, ist in den letzten Jahren zunehmend ins Bewusstsein und damit auch in die Kritik vieler Tierhalterinnen und Tierhalter gerückt: Die industrielle Entsorgung von toten Haustieren wird immer weniger akzeptiert, obwohl die Tierkadaver heute nicht mehr zu Tierfutter verarbeitet werden dürfen.

Friedhof

Tierfriedwald
Tierfriedwald

In der Schweiz ist - im Gegensatz zum Ausland - das Begraben von grösseren toten Haustieren verboten, nur kleine Tiere bis zu 10 kg Gewicht dürfen auf Privatgrund begraben werden. Gesetzesänderungen sind in Bearbeitung, sodass vermehrt Tierfriedhöfe als letzte Ruhestätte für kleine und grosse Vierbeiner entstehen werden. Damit werden auch die Kosten einer Bestattung je nach Grösse des Tieres ab ca. Fr. 500.- betragen. Erdbestattungen sind heute nur über den Umweg über das Krematorium (Liste hier) möglich. Bei Kosten im Bereich von Fr. 150 - 350 (inklusive Ton-Urne) bei günstigeren Krematorien und bei Kosten bis Fr. 1'000 bei teureren Anbietern.   

Friedhof

Epigramm Hundegrabmahl in Rom  

Eine grössere Anzahl von Anbietern - insbesondere auch ausserhalb der Schweiz - stellen einzelne Bäume oder Waldstücke für die Beisetzung der Urne zur Verfügung. Hier ruht unser Freund für weitere 5 - 20 Jahre und die Kosten betragen ca. Fr. 300 - 600. 

Nebst der Kremation oder Erdbestattung sind noch andere Möglichkeiten denkbar, welche das Andenken an einen verstorbenen Hund wach halten. Die amerikanische Firma Summum Mummification bietet an, ihren Hund oder Katze in ägyptischer Manier für den bescheidenen Preis von ca. $ 4'500 zu mumifizieren.  Eine weitere Möglichkeit wäre das dahingegangene Tier durch einen Taxidermist verewigen zu lassen. Schliesslich sei auf die unzähligen Internetseiten hingewiesen, welche ihnen erlauben, ihren Hund auf einem virtuellen Friedhof zu begraben. 

In der Schweiz leben heute rund 450 000 Hunde und gegen eine Million Katzen und es sterben ca. 60'000 Hunden, resp. 250'000 Katzen.  Der grösste Teil der verstorbenen Haustiere wird auch in Zukunft über die offiziellen Kadaversammelstellen der Sterilisationsanlage TMF Extraktionswerk AG in Bazenheid SG zugeführt und zu Mehl verarbeitet. Dieses wird als Brennstoff bei der Zementproduktion verwendet. Wer eine Entsorgungsmöglichkeit sucht, die den menschlichen Gefühlen entgegenkommt, ist auf die bisher fünf Tierkrematorien in der Schweiz angewiesen.

Oft vermissen Kinder ein totes Haustier ganz besonders, speziell wenn es ihre erste Verlusterfahrung ist. Hier mag das Bilderbuch "Baffy" von Elizabeth Dale und Frédéric Joos, Carlsen Verlag, Hamburg 1995, den Eltern helfen, das Geschehen mit ihren Kinder zu verarbeiten.

Nachfolgend eine Liste von Links und Kontaktadressen in der Schweiz.

Adressen Ruhestädten

 

 

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